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Erlauben Sie mir dieses Statement vorweg: Erstens:
Ich höre ausschließlich analog, ein Abspielgerät für digitale
Musikträger gibt es bei mir nicht. Die paar CDs, die auf einigen Fotos
zu sehen sind, sind quasi "Relikte" aus längst vergangener Zeit. Und
zweitens: ich war nie ein Perfektionist und werde es nie sein. Wenn mein
mittlerweile fast 50 Jahre alter TD 124 etwas zu langsam läuft - ein
Song dauert statt der auf dem Label aufgedruckten Laufzeit
durchschnittlich pro Minute eine Sekunde länger - so stört mich das
nicht die Bohne, ich genieße Miles Davis auch dann, wenn das Stroboskop
langsam "wandert". Und auch optisch müssen die Geräte nicht perfekt
sein. Natürlich freue ich mich, wenn keine Fehler sichtbar sind, aber
wenn sich ein Tonarm-Gegengewicht altersbedingt "etwas hängen lässt" -
so be it.
Hier möchte ich nun meine "Schätze" vorstellen.
Mitte der Neunziger Jahre hatte ich das Glück, einen Kellerraum als
"Musikzimmer" einrichten zu können - es beherbergt jetzt also "nur"
meine Anlage, meine Platten und einen Sessel. Das mag jetzt etwas
egoistisch klingen - nur ein Sessel - aber vielleicht sollte ich die
obigen Angaben etwas präzisieren: meine Anlage beinhaltet außer den
"üblichen" Geräten wie Verstärker, Phonovorstufen plus
Prepres/Übertrager und Lautsprechern z. Zt. nicht weniger als acht
(meist nicht besonders kompakte) einsatzbereite Plattenspieler, die
Anzahl meiner Platten hat schon lange die 2500er-Marke überschritten,
und der Raum ist gerade mal 11qm (elf Quadratmeter) groß und zudem durch
eine abgehängte Holzdecke deutlich niedriger als normale Wohnräume.
Die Thorens-Laufwerke sind in der Überzahl - zur Zeit sind je ein TD 124 und TD 124 Mk. II, ein TD 127 und zwei TD 125 zugegen.
Dann gibt es noch drei Nicht-Thorense, je einen Dual 1019 und 1229
nämlich sowie last but not least einen EMT 938 (wobei es den im
Thorens-Programm als TD 524 gab - hatte ich übrigens auch mal...).
"Referenz" ist der EMT, ein Rundfunkplattenspieler. Natürlich ist er
mit dem Tonarm EMT 929 ausgerüstet und darin eine "Tondose" TSD 15 SFL.
Da der EMT 938 über eingebaute Studio-Phonoverstärker verfügt - eine
zusätzliche Prepre-Steckkarte besorgt die Verstärkung des MC-Systems -,
kann er über einen Line-Eingang an den Vollverstärker angeschlossen
werden - den Rogers E-20a (ursprünglich 4x 6L6, getauscht gegen
KT66). Als Lautsprecher fungieren BBC-Nahfeldmonitore vom Typ LS3/5a,
gebaut von Spendor. Die LS perfekt für die Raum"größe", der Verstärker
perfekt für die LS (weil im Auftrag von Rogers von Audionote UK
speziell auf die Verwendung mit den LS3/5a hin konzipiert und
gefertigt).
Der Thorens TD 127 ist der große Bruder des TD 126 electronic,
ausgestattet mit dem 16poligen AC-Motor der 126er-Baureihe Mk. I, II
und IV (der Mk. III, der meistverkaufte, hat ja den - angeblich etwas
anfälligeren - 72poligen DC-Motor). Montiert ist ein SME 312, das Tonabnehmersystem ist ein Denon DL 103 D.
Die Verstärkung übernimmt eine Pass Pearl mit Xono-MC-Platinen.
Der Thorens TD 125 (Walnusszarge, erste Serie, mit Tonarm TP-25)
ist ein Neuzugang vom Dezember 2010. Dieser 125er ist in Top-Zustand
und spielte selbst mit dem alten MM-System Empire 999 TE/X schon super.
Jetzt ist ein Denon DL 103 vdH eingebaut, und er klingt noch besser. Als MM-Alternative ist ein Denon DL 109 D vorhanden.
Einziges Manko: das Tonarm-Gegengewicht hat sich im Laufe der Jahrzehnte
(dat Dingens ist immerhin ca. 40 Jahre alt) etwas "hängen lassen" (eine
bekannte "Krankheit" dieser Arm-Familie, hat aber zum Glück keinen
Einfluss auf die Performance).
Verstärkt wird hier über einen Denon Prepre HA-1000, von dort geht's in
den MM-Phono-Eingang des Rogers.
Der Thorens TD 125 LB (ebenfalls erste Serie, LB steht für Long Base, die Zarge wurde verbreitert zur
Aufnahme von 12"-Tonarmen) trägt einen seltenen amerikanischen
Tangentialarm, den Rabco SL-8E, der über eine per Elektromotor
angetriebenen Kette funktioniert, die den Armschlitten nachführt.
Montiert ist hier ebenfalls ein Denon DL 103 D, es teilt sich die Pearl mit dem 103 D im 127er.
Dann wären da noch die beiden 124er - es handelt sich einmal
um einen TD 124 in klassischer schwarzer Rundzarge (Schopper-Nachbau)
mit SME 3012 und Denon DL 103 Pro. Nummer Zwei ist der TD 124 Mk. II in
einer Zarge für zwei Tonarme. Montiert sind hier ein SME 3012 mit Denon
DL 103 C1 in einem Ortofon-G-Shell sowie ein Fidelity Research FR-64S
mit hauseigenem FR-7f. Verstärkt wird über den Denon AU-340, der die
feinen Signale seinerseits an einen Brinkmann Fein weiter gibt.
Der TD 124 Mk. II weist überdies zwei Besonderheiten auf: erstens hat er das
etwas leichtere Alu-Schwungrad (keine magnetischen Einflüsse auf die
empfindlichen MC-Systeme, das schwerere eiserne Schwungrad - seinerzeit
Standardausstattung - übt je nach System bis zu 0,75g Eigenanziehung
auf den Tonabnehmer aus) und zweitens wurde der E50-Motor gegen den
Papst-Außenläufer ausgetauscht.
Den Dual 1229 schließlich habe ich mit einem Denon DL 103 S
ausgestattet (als MM-Alternative ist hier ein Denon DL 107 vorhanden), der 1019 ist mit dem DL 102 ausgerüstet mein Mono-Laufwerk
(und kommt bei der Menge an Mono-Jazzplatten ziemlich oft zum Einsatz).
Beide Duals teilen sich den o.g. HA-1000 mit dem TD 125, die Auswahl erfolgt über einen einfachen, klanglich aber sehr hochwertigen Umschalter.
Musik
: Blues, speziell Chicago Electric Blues, und Rock, hier speziell
sogenannten Classic Hard Rock wie Led Zeppelin, Deep Purple etc. sowie Southern Rock
wie ZZ Top, Lynyrd Skynyrd und Molly Hatchet, sehr gerne aber auch Porcupine Tree, Abba
und viel viel mehr ;-).
Seit
geraumer Zeit habe ich auch eine gewisse Affinität zu Jazz aus den
Fünfzigern und Sechzigern entwickelt, speziell Miles Davis, John
Coltrane, Art Blakey oder das Modern Jazz Quartet u. ähnliche Künstler.
Ich habe mittlerweile eine ganze Reihe älterer Japanpressungen, die
makellos gefertigt sind zudem ganz hervorragend klingen.
Keine Klassik, nie ! Sorry, definitely not my piece of cake.
Ich
sehe mich als Pragmatiker, der nicht dem letzten Quäntchen Klangideal
hinterher hechelt, sondern Spaß vor und mit seiner Anlage haben kann,
ohne in Grübeleien bezüglich der klanglichen Vorteile von
Kupferschräubchen gegenüber Stahlschräubchen zur
Tonabnehmerbefestigung zu verfallen.
Und
ich gebe es zu : ich hab's nicht gemerkt, als bei einem Workshop zum
Thema "Stromversorgung" von einer Billig-Netzleiste zu einer –
auch preislich – highendigen Leiste gewechselt wurde.
Das gesparte Geld habe ich in schwarze Software gesteckt !
Hier nun einige Bilder...
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